03.07.2017


    Liebe Leserin, lieber Leser,

    ich wähle diesen ungewöhnlichen Weg, weil das Forum Langenargen einen Dialog mit mir einfach nicht weitergeführt hat. Die untenstehende Zuschrift wurde nicht mehr veröffentlich. Ich habe eigentlich nicht die Zeit für solche "Geschichten", aber für den Papierkorb schreibe ich auch nicht gerne.

    Damit Sie den Zusammenhang verstehen, müssen Sie  zunächst lesen, was davor war. Folgen Sie also diesem Link:: www.forum-langenargen.de/Buergermeinungen/2017/
    Scrollen Sie nach unten, bis diese Überschrift kommt:  Brief eines betroffenen Vermieters (anonymer Verfasser)
    Weil mir beim Lesen dieses Briefes die Hutschnur geplatzt ist, habe ich diesen Brief kommentiert (blaue Einfügungen). 
    Prompt meldeten sich zwei anonyme Schreiber/innen zu Wort, um mich wiederum zu kommentieren.
    Meine untenstehende Antwort darauf wiederum durften die Forumsleser nicht sehen. Diese Antwort können sie nun hier unten lesen.

    Ein Anspruch des Forums lautet:  „Ein Forum zum Austausch, zur Ansicht verschiedener Perspektiven und als willkommene Gabe zur Stärkung des demokratischen Verständnisses." "Und: "Auf dieser Plattform können Langenargener Bürger frei und unabhängig ihre Meinung kundtun." Ich lese das gerne, nur glaube ich es inzwischen nicht mehr. Ich meine, dass das Forum längst den Kontakt zu den Menschen verloren hat, die anderer Meinung sind. Schade. Und mir reichts eigentlich nun auch. Kein  weiterer Kommentar

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    Am 8. Juni 2017 um 12:27 habe ich folgende E-Mail an das Forum geschrieben:

    Liebes Forum,

    (eine andere Anrede ist mir nicht möglich, da Sie es ja bevorzugen, aus der Anonymität heraus zu antworten. Das finde ich feige.)

    Zu meinen Anmerkungen auf den „Brief eines betroffenen Vermieters“ haben Sie sich ja umfangreich geäußert. Dennoch finde ich es bemerkenswert, dass Sie zum Beispiel zu der eindeutigen Falschaussage, dass für die Nutzung der EBC ein Programm auf den PC aufgespielt werden müsse, nichts sagen. Oder korrigieren Sie das noch (Anm.: wurde nun korrigiert)? Oder wollen Sie mit dem Forum - bewusst oder unbewusst - eine Falschinformation, eine Fake News verbreiten? Wenn Sie anderen Medien den Vorwurf machen, sie würden nicht korrekt berichten, sind Sie selbst erst recht in der Pflicht, auf Korrektheit zu achten. Und warum geben Sie den Namen des „betroffenen Vermieters“ nicht bekannt?

    Dass das Forum sich dem Datenschutz auch im Zusammenhang mit der EBC verschreibt, ist in Ordnung. Dazu passt aber nicht, dass Ihnen nichts Besseres einfällt als nach meiner Kritik an dem "Brief eines betroffenen Vermieters" in unserer Website „herumzuschnüffeln“. Sie werden argumentieren, dass das ja öffentlich zugängliche Daten sind. Das stimmt. Es geht mir aber um Ihr Motiv! Was haben Sie denn dort gesucht? Nach "belastendem" Material gegen mich? Dort haben Sie überhaupt nichts zu suchen, es sei denn Sie wollten eine Ferienwohnung buchen. Das wollten Sie sicher nicht. Ihr Motiv war vermutlich doch nur "Datenschnüffelei". Wenn nicht, erklären sie mir, was Sie da suchten. Und Sie haben ja auch etwas "Gewichtiges" gefunden. Zum Beispiel in unseren Geschäftsbedingungen: "Herr Dr. Moll verlangt einerseits, dass die Rechnung schon vier Wochen vor der Ankunft bezahlt wird, will aber andererseits die Pfandgebühr bei Einbehaltung der EBC auf die Rechnung setzen?" Frage dazu: Wo sehen Sie hier denn ein Problem? Ich bin problemlos in der Lage, die Kosten für nicht zurückgegebene EBC nachträglich in Rechnung zu stellen. Bisher war das nicht erforderlich.

    Ein anderer anonymer Schreiber des Forums titelt seinen Beitrag: "„Denn niemand zwingt ihn, hier Urlaub zu machen“. (Dr. Moll)". Ja, zu dieser Aussage stehe ich, denn die Gäste kommen freiwillig und gerne und manche über 40 Jahre lang. Jedes Jahr. Meine Familie ist schon seit den 50er Jahren hier in Langenargen als Gastgeber tätig. Ich habe als Kind mit dem Leiterwagen Gäste mit ihren Koffern am Bahnhof abgeholt, als diese noch mit langen Zügen aus dem Ruhrgebiet hier anreisten, die Lok stand dabei am Bahnübergang Amthausstraße und der letzte Wagen an der Oberdorferstraße. Ich weiß sehr gut, weshalb die Gäste nach Langenargen kommen! Wegen Langenargen! Wenn Sie der Meinung sind, dass die Gäste Ihren Urlaubsort nach der Höhe der Kurtaxe aussuchen (von Einzelfällen abgesehen), dann irren Sie gewaltig! Die Gäste bewerten den Ort auch nicht nach irgendwelchen Rissen in der Schlossmauer oder einer Pfütze auf dem Landesteg. Das sind doch alles aufgebauschte Themen!

    Vor kurzem, am 3.6.2017, ist bei uns in „Haus Malerecke“ ein Gastehepaar abgereist. Zu Hause angekommen schrieben sie uns spontan noch am selben Abend um halb elf noch folgende E-Mail: „Wir wollen ihnen sagen, wir sind sehr froh, in Langenargen in Ihrer schönen Wohnung gewesen zu sein. Alles war genau so schön wie auf den Fotos im Internet- sogar noch schöner. (Das ist meistens nicht so). Wir haben uns sehr wohl gefühlt in der Wohnung. Der Ausblick war für uns Entspannung pur. Zu jeder Zeit ein Ansprechpartner vor Ort. Alles hat gestimmt. Wir werden Sie bestimmt wieder kontaktieren wenn wir Urlaub am Bodensee machen wollen. Bis dahin Grüßen wir herzlichst K. und B. K. aus B.“ Sie sehen daran, wie viele andere Faktoren – neben dem schönen Ort Langenargen und seiner Umgebung – alles eine Rolle spielen, damit Gäste zufrieden sind. Auf Nachfrage haben mir die beiden bei der Abreise bestätigt, dass sie auch die EBC genutzt haben, und zwar mit den Fahrrädern im Zug und auch einen 10%-Rabatt bei einem Sportgeschäft haben sie gerne „mitgenommen“. Bisher gab es von keinem(!) Gast eine Bemerkung zur Höhe der Kurtaxe.

    Sie schrieben: "Fortschrittliche Gemeinschaften binden den Bürger bereits in Planungsphasen, in stetige Dialoge, Evaluierungen und Entscheidungen verbindlich ein!!! (...) Vielleicht ist es inzwischen so, dass manche Menschen kompliziertes Denken verinnerlicht haben, besonders ist das in Verwaltungen zu beobachten. Arbeiten mit gesundem Menschenverstand: einfach und verständlich, währt erfolgreich und am längsten!"
    Gratulation zu diesen Aussagen, die ihre eigenen Widersprüchlichkeiten aufdecken: Ihre vorgeschlagene Vorgehensweise "Bürger in stetige Dialoge, Evaluierungen und Entscheidungen einzubinden" machen punktuell schon einmal Sinn. Das ist aber kompliziert und zeitraubend und eben nicht einfach. Ich will als Bürger nicht ständig mit dem Tagesgeschäft von Verwaltungen zu tun haben, dafür sind diese da und setzen das um, was von den gewählten Repräsentanten sprich Gemeinderäte und Gemeinderätinnen entschieden wird. Beanspruchen Sie eigentlich nur für sich, mit gesundem Menschenverstand zu arbeiten und die anderen tun es nicht? Sie sollten sich auch mal fragen, ob ihre Vorgehensweisen gegenüber der Verwaltung dieser nicht die Zeit stiehlt, die für ihre eigentliche Arbeit dann fehlt. Von der möglichen Demotivierung der dort arbeitenden Menschen mal ganz abgesehen. Ich würde das als Mobbing empfinden, wenn ich dort arbeiten würde und es würde mich nicht wundern, dass das dort auch so empfunden wird. Die Beeinträchtigung der Arbeit der Verwaltung durch das Forum halte ich nicht nur für bedenklich. Es geht dabei auch um mein Steuergeld, das hierdurch „drauf geht“.

    Auch ich selbst muss beruflich oft schnell Entscheidungen fällen, die auf unzureichender Datenbasis erfolgen. Ja, und da hilft in der Tat der gesunde Menschenverstand. Und Mut: Mut zu entscheiden und Mut zur Lücke. Dass dabei auch Fehlentscheidungen getroffen werden und manche Dinge später scheitern, liegt in der Natur der Sache. Dann muss man eben, und soweit das geht, nachbessern. Aber in einem starken Wettbewerbsumfeld - dazu gehört auch der Tourismus – mit Entscheidungen so lange zu warten, bis man alles weiß, bedeutet Stillstand. Aber der Markt wartet nicht.

    Sie schreiben weiter: „Das Fundament, die Möglichkeiten, welche das Forum Langenargen seit über 2 Jahren allen interessierten Menschen bietet, ist höchst beispielhaft. Ein Forum zum Austausch, zur Ansicht verschiedener Perspektiven und als willkommene Gabe zur Stärkung des demokratischen Verständnisses." Wenn Sie das wirklich ernst meinen, auch das mit der „Stärkung des demokratischen Verständnisses“, dann schreiben Sie doch einfach mal die Klarnamen zu allen Texten, die Sie in diesem Kontext geschrieben haben und noch schreiben werden und verstecken Sie sich nicht. Ansonsten sind ihre Worte doch nur heiße Luft. Der einzige Klarnamen, den sie mehrfach nennen, ist meiner.

    Viele Grüße

    Gerhard Moll

     

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